Der Bürgerbrief der Freien Liste Biblis im neuen Format
Die Publikation erscheint nun im Hochglanzformat und Farbdruck. Inhaltlich bleibt sie jedoch weitgehend meinungsorientiert und verzichtet auf belastbare Fakten. Die Positionen spiegeln vor allem die Ansichten von HP Fischer wider, dem ehemaligen Vorsitzenden und prägenden Kopf der FLB.
Im Bürgerbrief werden politische Mitbewerber scharf kritisiert, deren Kompetenz infrage gestellt und eine angebliche Vetternwirtschaft zwischen SPD und CDU thematisiert. Gleichzeitig hebt die FLB den eigenen Sachverstand hervor und verweist auf angebliche Abwerbeversuche ihrer Kandidaten durch die CDU.
Vetternwirtschaft in der Gemeindevertretung
In dem Bürgerbrief wird die angebliche Habgier der ehrenamtlichen Gemeindevertreter angeprangert:
Fünf Jahre am Stück kann dann das Team Unfähigkeit und Raffgier sich die eigenen Taschen, nein das fällt sehr auf, die Taschen von Verwandten und Bekannten füllen.
Auch bei uns in Biblis wurden einige desolate Schrottimmobilien, die sich im Eigentum von CDU-Leute befanden, zu weit überhöhten Preisen von der Gemeinde Biblis mit den Stimmen der CDU und SPD ,gegen das FLB-Votum angekauft

In einem späteren Abschnitt des Bürgerbriefs wirbt die FLB für die sofortige Umsetzung eines Ärztehauses. Bei genauer Betrachtung wird deutlich, dass der vorgesehene Standort am Bibliser Kreisel an der B44 liegt – ein Grundstück, das dem Verfasser des Bürgerbriefs, Hans-Peter Fischer, gehört. Gleichzeitig kritisiert er in diesem Zusammenhang die vermeintliche ‚Raffgier‘ der demokratisch gewählten, ehrenamtlichen Gemeindevertreter.
Inhaltlich kaum Neues – alles schon 2021 im Bürgerbrief 56

Keine neuen Konzepte, keine frischen Ideen – stattdessen nur aufgewärmte Themen und Behauptungen aus der Kommunalwahl 2021, dokumentiert im Bürgerbrief 56.
So präsentiert sich eine Politik, die sich innovativ nennt, aber in Wahrheit faktenfrei und geprägt von Überheblichkeit, Selbstüberschätzung und Arroganz ist.
An der Spitze: der Kopf der FLB, Herr Fischer.
Das Interview mit Fischer bildet den Abschluss und zugleich den Höhepunkt
Herr Fischer inszeniert sich selbstverliebt als erfolgreicher Finanz- und Immobilienunternehmer und nutzt das Interview, um lautstark zu beklagen, dass seiner Fraktion in der gesamten Legislaturperiode weder ein Ausschussvorsitz noch ein stellvertretender Vorsitz zugestanden wurde – ein Vorwurf, der mehr nach gekränktem Ego als nach politischer Substanz klingt.
Zitat aus dem Interview:
So wurden statt meiner Wenigkeit der nachweislich im Immobilienbereich und Finanzwesen zuhause ist, Hausfrauen, Krankenpfleger uä Artfremde Laien als Vorsitzende oder Stellvertreter in den Bauausschuss „gewählt.
Im Bürgerbrief werden ehrenamtlich gewählte Gemeindevertreter als ‚artfremde Laien‘ bezeichnet. Hoffentlich handelt es sich dabei lediglich um eine unglückliche Wortwahl und nicht um eine Anspielung auf ihre Herkunft – denn das wäre eine in höchstem Maße diskriminierende Herabsetzung.
Fakt ist: Gemeindevertreterinnen und -vertreter, die im Hauptberuf Hausfrau oder Krankenpfleger sind, sind für diese Aufgabe nicht weniger geeignet als ein Mitglied der FLB oder Herr Fischer selbst. Der entscheidende Unterschied liegt in ihrem aufrichtigen Charakter.
Fazit
FLB: Sprachliche Innovation statt politischer Substanz
Man muss der Freien Liste Biblis eines lassen: Sie überrascht immer wieder. Nicht etwa mit politischen Visionen oder innovativen Konzepten – nein, sondern mit einer ganz eigenen Interpretation der deutschen Sprache. Der aktuelle Bürgerbrief ist ein wahres Kunstwerk, das die Grenzen von Rechtschreibung, Grammatik und Interpunktion neu definiert.
Während andere Parteien mühsam an Inhalten feilen, setzt die FLB auf kreative Freiheit. Satzzeichen werden dort nicht als Regeln verstanden, sondern als Dekoration. Rechtschreibung? Ein Relikt aus vergangenen Zeiten. Grammatik? Offenbar überbewertet. Wer braucht schon sprachliche Präzision, wenn man mit mutigen Komma-Experimenten und orthografischen Überraschungen für Aufmerksamkeit sorgen kann?
Vielleicht ist das die eigentliche Botschaft: Politik ist kompliziert, Sprache noch mehr – also warum sich an Regeln halten? Die FLB zeigt, dass man auch ohne sprachliche Kompetenz glänzen kann. Zumindest im Hochglanzformat.
