Rebellion gegen Höcke nach dem Kyffhäuser – Treffen am 06.07.2019

Nachdem Björn Höcke von seinen ca. 850 Fans beim jährlichen Kyffhäuser-Treffen gefeiert wurde und er in seiner Rede den Bundesvorstand der Partei und die internen Schiedsgerichte scharf kritisierte, regt sich ein zarter Widerstand bei den wertekonservativen Mitgliedern der AfD. Und das obwohl einer der Ihren auf dem Treffen als Redner auftrat – Co -Parteichef Alexander Gauland hatte am Samstag beim jährlichen „Kyffhäusertreffen des von Höcke gegründeten rechtsnationalen „Flügels“ erklärt, die AfD sei nicht gegründet worden, um „einen Raum zu schaffen, in dem jeder alles sagen kann“. Gauland wurde mit Standing Ovations für seine Rede bedacht.
Laut Höcke habe der Bundesvorstand nicht integrierend gearbeitet, ja er habe „die Würde“ vermissen lassen.
Er versprach seinen Anhängern, dass die Bundesspitze der AfD im November 2019 nicht mehr in der aktuellen Zusammensetzung wiedergewählt werde. Nach der Landtagswahl in Thüringen werde er sich „mit großer Hingabe und ganzer Leidenschaft“ dieser Aufgabe widmen. Höcke träumt von einer Regierungsbeteiligung unter seiner Führung.
Seine Anhänger reagierten mit Jubel und „Höcke!“-Rufen.

Der Personenkult um Björn Höcke

Auf dem Kyffhäuser-Treffen zeigt sich, wen die AfD als Führer feiert. Nicht nur Björn Höcke demonstriert, wie weit rechts die Partei agiert. 
Die rechten Damen und Herren Redner*innen des AfD-„Flügels“ ließen auf dem Kyffhäuser-Treffen lange auf sich warten. Geschlagene 40 Minuten wurden die anwesenden Anhänger mit Blasmusik unterhalten, ehe die völkische Jugend mit einem Fahnenmarsch die Veranstaltung eröffnete – mit stolzgeschwellter Brust lief der Nachwuchs in den Saal ein, alle mit einer Flagge ausgestattet.

Ein Film sollte die Anwesenden zunächst in Wallung bringen: „Der Osten steht auf“ ist die Botschaft, um die Rechtsextremen innerhalb der Rechtsaußen-Partei mit den Widerständlern der ehemaligen DDR zu assoziieren.
„Wir sind das Volk“, schmetterte es in Schwarz-Rot-Gold mit pathetischer Musikuntermalung. Höcke verlieh auf der Veranstaltung seinen besonders treuen und verdienten Anhängern das silberne „Flügel“-Abzeichen.
Der „Flügel“ verkauft Taschen mit dem Konterfei von Höcke. Es gibt Kaffeetassen mit seinem Bild und der Aufschrift „Aufrecht!“.

Quelle: Facebook

Quelle: YouTube

Der AfD Appell

In einem von mehr als 100 AfD-Politikern unterzeichneten Appell „für eine geeinte und starke AfD“ heißt es: „Mit seiner Rede beim Kyffhäuser-Treffen am Sonnabend hat Björn Höcke die innerparteiliche Solidarität verletzt und ist damit unseren Wahlkämpfern und Mitgliedern in den Rücken gefallen.“
Der überwiegende Teil der Mitgliedschaft lehne zudem den „exzessiv zur Schau gestellten Personenkult“ um den Landesvorsitzenden der AfD Thüringen ab, wie er bei dem Treffen des „Flügels“ am Samstag zelebriert worden sei.
Die Unterzeichner, zu denen mehrere Dutzend Mandatsträger zählen, halten fest: „die AfD ist und wird keine Björn-Höcke-Partei“. Höcke solle sich auf seine Aufgaben in Thüringen beschränken.
Björn Höcke ist nicht legitimiert für die gesamte AfD zu sprechen.

Quelle: MDR.de

Auch Alexander Gauland geht auf Distanz zu Höcke.
Zu den Unterzeichnern des Appells gehören unter anderem die Partei-Vizes Albrecht Glaser, Kay Gottschalk und Georg Pazderski. Auch der rheinland-pfälzische Rechtsaußen und Landeschef Uwe Junge und die niedersächsische AfD-Chefin Dana Guth haben unterschrieben, dazu mehrere Bundestagsabgeordnete.
Nicht auf der Liste stehen dagegen die Parteichefs Jörg Meuthen und Alexander Gauland sowie die Fraktionsvorsitzende Alice Weidel.
Bundestagsfraktionschefin Alice Weidel und der Vorsitzende der Jungen Alternative, Damian Lohr, riefen alle Mitglieder auf, „öffentliche Schlammschlachten“ vor den drei Landtagswahlen im Osten zu vermeiden. In einer gemeinsamen Erklärung der beiden hieß es: „Gräben aufzureißen ist der falsche Weg.“
Parteichef Jörg Meuthen riet Höcke, sich auf den anstehenden Wahlkampf in Thüringen zu konzentrieren. Er sagte der Deutschen Presse-Agentur, der von Höcke betriebene „Personenkult“ passe nicht zur AfD.

Hier ein Auszug der Unterzeichner

Quelle: MDR.de

Der Richtungsstreit in der AfD

Der AfD-Vorstand befürchtet jetzt eine Unterwanderung durch Rechtsextremisten.
Die schleswig-holsteinische Landesvorsitzende Doris von Sayn-Wittgenstein wurde trotz Parteiausschlussverfahren in Ihrem Amt von der Landes – AfD bestätigt.
Dennis Augustin ist wegen seiner früheren Nähe zur NPD die Parteimitgliedschaft entzogen worden. Bei seinem Eintritt in die AfD habe der Co-Chef von Mecklenburg – Vorpommern darüber geschwiegen.
Der Richtungsstreit in der AfD zeigte sich auch beim Parteitag der nordrhein-westfälischen AfD.
Der eher gemäßigte Co-Vorsitzende Helmut Seifen war gemeinsam mit acht Vorstandsmitgliedern zurückgetreten. Der gleichberechtigte Parteichef Röckemann und zwei weitere Mitglieder blieben vorerst im Amt. Anträge auf ihre Abwahl erreichten zwar mehr als 50 Prozent der Stimmen, aber nicht die notwendige Zweidrittelmehrheit.
Röckemann gilt als Sympathisant des „Flügels“ um Höcke. Seifen hatte vor einer Unterwanderung der AfD-NRW durch den „Flügel“ gewarnt.

Wie glaubwürdig ist die Distanzierung vom rechten „Flügel“ um Höcke?

In der Vergangenheit hat besonders Gauland den rechten Flügel geschützt – die Wahl des letzten Bundesvorstandes steht sinnbildlich dafür .
Die Stimmen vom rechten Rand wurden gerne mitgenommen und bei diversen Veranstaltungen wurde gemeinsam mit PEGIDA, der identitären Bewegung, der NPD und anderen rechten Gruppierungen wie der III. Weg oder die Junge Landsmannschaft Ostdeutschland marschiert.
Der Appell von AfD Mandatsträgern und die Distanzierung des Bundesvorstandes, steht offensichtlich im Zusammenhang mit den anstehenden Landtagswahlen, das Ziel ist die bürgerliche Mitte nicht als Wähler zu verprellen.

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