„Ist die CDU von allen guten Geistern verlassen?“ fragt sich Norbert Blüm (CDU)

Es wird ernst, CDU! Den Familiennachzug zu verbieten, widerspricht der christlichen Soziallehre. Wenn er an der CDU scheitert, wäre das Gesicht der Partei verschandelt. Sagt Norbert Blüm (CDU) ehemaliger Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung und gläubiger Katholik.

Foto: Kay Nietfeld/dpa (c) dpa – Bildfunk

In einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb Norbert Blüm, die CDU verrate die Grundwerte einer christlichen Partei.
Es widerspricht den Grundüberzeugungen der christlichen Soziallehre, den Familiennachzug für wie viele Flüchtlinge auch immer zu verbieten.

Die CDU wird nicht an ihren Worten gemessen, sondern daran, ob sie ihre Werte auch ernst nimmt und ihre Praxis danach ausrichtet. Grundsatzprogramme sind pharisäische Phrasen, wenn sie nur den Stoff für schöne Reden liefern: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“ Jetzt wird’s ernst! Wenn der Familiennachzug für Flüchtlinge, egal wie klein oder groß deren Zahl ist, an der CDU scheitert, wird das eine Wunde in die Seele der Partei reißen, die lange eitert. Das Gesicht der CDU würde verschandelt.

Die Familie und deren Zusammenführung ist ein Grundpfeiler einer erfolgreichen Integration.

Jede einzelne Familie steht unter dem Schutz des Naturrechtes auf Zusammengehörigkeit. Die Familie ist der Grundstein des Subsidiaritätsprinzips. Sie ist nach der christlichen Soziallehre zuerst für das Zusammenleben der Menschen zuständig. Der Staat kommt viel später. Das Subsidiaritätsprinzip ist der stärkste Damm gegen eine Kollektivierung und Nivellierung der Gesellschaft.

Die CDU steht vor einem Scheideweg. Die Bewahrung christlicher Werte oder der Machterhalt um jeden Preis.

Die CDU wird nicht an ihren Worten gemessen, sondern daran, ob sie ihre Werte auch ernst nimmt und ihre Praxis danach ausrichtet. Grundsatzprogramme sind pharisäische Phrasen, wenn sie nur den Stoff für schöne Reden liefern: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“ Jetzt wird’s ernst! Wenn der Familiennachzug für Flüchtlinge, egal wie klein oder groß deren Zahl ist, an der CDU scheitert, wird das eine Wunde in die Seele der Partei reißen, die lange eitert. Das Gesicht der CDU würde verschandelt.

Norbert Blüm wirkt wie ein einsamer Rufer in der eigenen Partei, die auf Druck der CSU und aus Angst vor weiteren Wahlerfolgen der AfD christliche Prinzipien über Bord wirft. Anstelle den Rechtsruck weiter zu vollziehen, ist Standhaftigkeit in den christlichen Positionen gefragt.
Die Ursachenbeseitigung für Flucht, Hunger, Armut und politischer Verfolgung sind zu bekämpfen. Diese zwingend erforderlichen Maßnahmen spiegeln sich leider nicht im Etat 2017 des Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Höhe von 8,54 Milliarden Euro wieder. Dies ist eine Erhöhung gegenüber dem Etat von 2016 um 6,88 %, im gleichen Zeitraum wächst der Verteidigungshaushalt von 34 auf 37 Milliarden Euro, dies entspricht einer Erhöhung von 8,82 %.

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